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Der Mensch dahinter: Mag. Klaus-Peter Haberl – Ein Lehrer mit Burn-in-Syndrom

von Herbert Winkler


Von Pädagogen mit seiner Kompetenz und Erfahrung erwartet man, dass sie sich als Direktor oder Schulinspektor vorstellen. Immerhin ist Mag. Haberl seit 1982 im Schuldienst, arbeitet seit 1990 an den Bundeslehrplänen mit und war Pionier der ersten Stunde für die elektronische Datenverarbeitung an seiner Schule. Er ist Lehrer an einer Handelsakademie in Kärnten.

 „Ich habe mich nie für eine leitende Position beworben“, schmunzelt Herr Professor Haberl. „Die Arbeit mit Schülern gefällt mir besser als Verwaltungstätigkeiten.“

Das nimmt man ihm auch ab. Haberl spricht mit Verve von seiner Lehrertätigkeit und entwickelt eine sprachliche Dynamik, wenn es um seinen Fachbereich geht. Er ist Spezialist für die wirtschaftspädagogischen Fächer. Sein Lieblingsfach ist Rechnungswesen.

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„Ich schätze die Wirtschaftsfächer, weil sie eine exakte Linie haben. Die Arbeit an einer Kostenrechnung oder einer Bilanz hat eindeutige Arbeitsschritte und diese Klarheit ist für die Schüler ein großer Vorteil beim Lernen“, schwärmt Haberl. 

Fragt man um seinen Werdegang, ist man verführt zu glauben, dass es so etwas wie ein Gen für Wirtschaftspädagogik gibt. Haberl hat dieses Gebiet nicht nur studiert, sondern Zeit seines Lebens mit Begeisterung ausgeübt. Zuerst an der Handelsakademie in Wolfsberg, jetzt an der BHAK/BHAS 1 in Klagenfurt. Als Draufgabe studierte er auch noch das exotische Gebiet des Treuhandwesens. Die Ansteckungsgefahr in seiner Nähe ist groß und die Inkubationszeit kurz. Ein Sohn besucht die Handelsakademie, der zweite  studiert – wie könnte es anders sein – Wirtschaftspädagogik.

Dass ein derart engagierter Lehrer sein Wissen auch flächendeckend weitergeben will, liegt auf der Hand. So ist Haberl seit 10 Jahren vielgefragter Schulbuchautor. Gemeinsam mit Gottfried Bernhart, einem Guru der Wirtschaftspädagogik, hat er die bekannte MANZ-Reihe „Rechnungswesen und Controlling“ für die Schultypen HAK/HAS und HLW/FW auf den Markt gebracht. 2006 zeichnete er als federführender Autor der Buchreihe für die Umsetzung des innovativen 4-Schritte-Lernmodells (Lernen – Üben – Sichern – Wissen) von MANZ in den Einserbänden verantwortlich.

 

Den größten Enthusiasmus entwickelt Professor Haberl, wenn man ihn um den Stellenwert der Informatik an seiner Schule fragt: „Ich habe immer davon geträumt, dass Schüler in die Schule kommen und fragen, wo der Netzwerkstecker sei, um in das Intranet bzw. das Internet zu kommen“, begeistert er sich.

In diesem Feld hat er sich schon sehr früh engagiert. Die ersten Arbeitsmittel waren Lochkarten. Heute unterrichtet er in Laptop-Klassen. Dabei hält er mit Lob über die Unterstützung des Bildungsministeriums nicht hinter dem Berg. Müßig zu sagen, dass er in der Schule der EDV-Administrator ist. Eine Tätigkeit, für die es für einen fetten Zeitaufwand eine magere Zuwendung gibt. Zumindest diese Kostenrechnung ist nicht präzis fassbar.

Fragt man den Lehrer Haberl, wie er die Zukunft der Handelsakademie sieht, muss man nicht lange auf eine Antwort warten: „Die Entwicklung geht in Richtung modularer Ausbildung. Am Anfang muss das Grundlagenwissen stehen, ab dem dritten Jahrgang könnte man die Stundentafel auflösen und die Fächer geblockt anbieten.“

Hat ein derart engagierter Lehrer eigentlich auch Freizeit? Diese Frage drängt sich natürlich auf. Würde man Magister Haberl nicht gegenübersitzen, sondern nur anhand seines Lebenslaufes einschätzen, käme man leicht auf das Bild, das Karikaturen von Buchhaltern zeichnen. Ärmelschoner, Bleistift hinterm Ohr und introvertiert. Ganz das Gegenteil ist der Fall. Klaus-Peter Haberl ist nicht nur flott gekleidet und witzig, sondern ein durch und durch sportlicher Typ.

„Meine Frau ist zwar auch Lehrerin, aber nicht für Rechnungswesen. Sie unterrichtet Mathematik und Leibesübungen“, lacht der Pädagoge. Beinahe hört man das Gott sei Dank heraus. Das erklärt auch das Hobby in der Familie. Seine Frau und er haben sich dem Tauchen verschrieben. Dabei sind die bunten Unterwasserlandschaften des Roten Meeres die Balance zum Schulalltag.

„Sind Sie ein beliebter Lehrer, Herr Professor?“ Welch heikle, fast intime Frage, mit der Haberl offensichtlich nicht rechnet.

Er denkt nach und lächelt: „Ich glaube, dass die Schüler spüren, dass mir der menschliche Bezug sehr wichtig ist.“ Ein spontanes Ja hätte mich auch nicht überrascht.

Professor Mag. Klaus-Peter Haberl
BHAK/BHAS 1
Kumpfgasse 21
9020 Klagenfurt
E-Mail: klaus.haberl@hak1.at